Herr Schaller, Sie sind Leiter der Geschäftsentwicklung & Projektakquise bei der GreenEnergyWorld GmbH. Wie kamen Sie zu den regenerativen Energien?
Im Zuge der öffentlichen Debatte über Klimawandel und Klimaschutz begann ich, die Entwicklung der Nutzung der Erneuerbaren Energien zu verfolgen. Insbesondere Windenergieanlagen haben mich dabei schon frühzeitig fasziniert. Zunächst war es die imposante Erscheinung der Turbinen, schließlich aber auch die Technologie dahinter, die mein Interesse geweckt haben. Für mich war es letztlich eine glückliche Fügung, über einige Umwege wie z.B. die Juristerei hierher zu GreenEnergyWorld zu kommen. Insbesondere war es der Reiz der Herausforderung, sich noch einmal auf etwas völlig Neues einzulassen. In meinen Ausbildungen habe ich vielseitige Fähigkeiten erworben und der aufstrebende Markt der erneuerbaren Energien bietet die Möglichkeit, diese universell einzusetzen.
Sie sind seit Gründung der GreenEnergyWorld bereits im Unternehmen. Was unterscheidet GEW von seinen Wettbewerbern?
Wir wollen mehr sein als ein reiner Kontaktvermittler. Es reicht nicht mehr aus, sich auf die bloße Weitergabe von Kontakten zu beschränken. Die Klienten erwarten darüber hinaus zusätzliche Dienstleistungen wie z.B. Aufbereitung von Unterlagen, Prüfung von Projekten und Informationen auf Plausibilität und Werthaltigkeit bereits im Vorfeld von Verhandlungen, Auswahl geeigneter Partner ohne wahllose Streuung, Erarbeiten von Vertragsentwürfen, Vorbereitung, Begleitung und Beratung während des Verhandlungsprozesses - um nur die wichtigsten Punkte zu nennen. Zudem meine ich, dass jede Form von exklusiver Bindung der Klieneten an einen Vermittler der Vergangenheit angehört.
GreenEnergyWorld ist ein modernes Vermarktungsunternehmen, das diese Voraussetzungen mitbringt. Mit unserer Dienstleistung bieten wir Projektanbietern und Finanzpartnern die Möglichkeit, den Prozess der Investoren- bzw. Projektakquise effizienter zu gestalten. Schließlich wollen wir kein Hindernis sondern Katalysator bei der Vermarktung von Windenergieprojekten sein. Ziel ist dabei stets, Partner zusammenzubringen, die sich ergänzen. Nicht umsonst heißt unser Credo: 'connecting visions'.
Deutschland ist Ihr Heimatmarkt. Dieser gilt als sehr erschlossen und entwickelt. Sind die Chancen der Vermarktung hier nicht eher gering?
Mit aktuell ca. 24,7 GW installierter Leistung zählt Deutschland nicht umsonst nach wie vor zu den 'Klassenbesten'. Sicherlich haben Länder wie Spanien und die USA in den letzten Jahren stark aufgeholt und verfügen über mehr Windflächen als Deutschland. Dennoch ist in diesem Markt noch viel Potential und sehr viel Bewegung. In den letzten beiden Jahren wurden jeweils über 1,6 GW neuinstalliert und auch im ersten Halbjahr 2009 wurden über 800 MW erreicht. Und das trotz weltweiter Wirtschaftskrise. Grund hierfür ist unter anderem die Erhöhung der Einspeisetarife mit Inkrafttreten des neuen EEG . Hinzu kommt, dass der Verkauf von Bestandsparks und in den nächsten Jahren das Repowering der älteren Parks immer mehr an Gewicht gewinnen wird.
Diese Dynamik ist es, welche die Nachfrage an Vermarktungsdienstleistungen, wie sie GreenEnergyWorld bietet, wachsen lässt.
Wie beschreiben Sie die Stimmung am deutschen Markt?
Wie schon gesagt, es gibt keinen Grund, Trübsal zu blasen. Deutschland ist nach wie vor ein sehr gefragter Investitionsstandorte in unserer Branche. Dies vor allem aufgrund der politischen und infrastrukturellen Sicherheit. Eine ansprechende Vergütung tut das Übrige.
Sicher - die allgemeine Finanzkrise hat mit Insolvenzen und Konsolidierungen zu einigen Verschiebungen im Gefüge der Akteure geführt. Einige etablierte Unternehmen haben sich aus dem Markt verabschiedet. So z.B. die niederländische E-Concern. Andere haben ihre Investitionsaktivitäten im Zuge der Finanzkrise bis 2010 vorerst eingestellt und warten auf eine Erholung des Finanzsektors.
Auf der anderen Seite interessieren sich zunehmend neue Investorengruppen aus dem Ausland auch für den deutschen Windmarkt. Wir sind hier schon für einige neue Kunden aktiv auf der Suche nach geeigneten Parks.
Sie sagen selbst: "Vermarkter müssen ihre Märkte kennen". Wie aber steht es mit dem Wissen über die Windkrafttechnologie selbst? Spielt das eine Rolle, wenn Sie im Gespräch mit Projektentwicklern bzw. Investoren sind?
Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Gespräch mit einem Projektentwickler, der seinen geplanten Windpark mit Ihrer Hilfe verkaufen möchte. Da bleibt es nicht aus, dass über technische Details bzw. über konkrete Probleme in den verschiedenen Phasen der Projektentwicklung gesprochen wird. Kenntnisse hierüber sind unerlässlich. Wenn Sie über diese Grundkenntnisse nicht verfügen, wird es schwierig, den Entwickler davon zu überzeugen, dass man der Richtige ist um seine Projekte zu vermarkten.
Sicherlich sind wir keine Ingenieure und können und müssen nicht alle technischen Details einer Windkraftanlage kennen. Als Vermarkter muss man jedoch in der Lage sein, ein Projekt bewerten zu können. Nur so ist es möglich, das Projekt potentiellen Interessenten seriös vorzustellen bzw. dem Anbieter ein fundiertes Feedback über die Erfolgsaussichten der Vermarktung geben zu können.
Persönliches Interesse ist immer wichtig für den Erfolg. Spielt da auch der Aspekt der Umweltverträglichkeit der Energieerzeugung durch Windenergie für Sie eine Rolle?
Das ist natürlich eines der großen Themen unserer Zeit. Und letztlich ist es immer so, dass man in seiner Arbeit bzw. bei der Vermarktung von Produkten umso besser und erfolgreicher ist, je mehr man von der Qualität des Produkts überzeugt ist. Da ist es schon ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man auf der richtigen Seite steht und letztlich dazu beiträgt, alternative Energien zu fördern.
Man darf bei allen ökologischen und umweltpolitischen Aspekten, die beim Thema Windkraft unbestritten eine große Rolle spielen nicht vergessen, dass es sich auch hierbei um einen wirtschaftlichen Bereich handelt. Wer hierfür Geld in die Hand nimmt, um Windprojekte zu realisieren muss notwendigerweise auch darauf achten, dass er zumindest einen entsprechenden Gegenwert dafür bekommt. Hierbei reicht allein das gute Gefühl das Richtige zu tun nicht mehr aus. Es soll sich auch finanziell lohnen. Und das ist auch in Ordnung. Letzten Endes führt dieser monetäre Anreiz ja überhaupt erst dazu, dass das Interesse an den Erneuerbaren Energien und insbesondere an der Windenergie in Deutschland ungebrochen hoch ist.
MyEnergyWorld
Melden Sie sich an, um detaillierte Projekt- & Marktinformationen zu erhalten.
