Frau Godzinska, Sie sind bei GreenEnergyWorld für die Projektakquise in Polen zuständig. Wie kamen Sie zur Windenergie?
Mit Erneuerbaren Energien habe ich mich schon während meines Studiums in Berlin befasst. Daher rührt auch mein Interesse an der Windbranche, bei der sich im Moment in meinem Heimatland viel bewegt.
Und so kamen Sie auch zu GreenEnergyWorld?
Ich wollte damals gern in Berlin arbeiten und GreenEnergyWorld begann sich in Osteuropa, speziell in Polen, zu engagieren. Ich spreche die Landessprache und kenne die dortigen kulturellen und geschäftlichen Gepflogenheiten. Das hilft bei der Arbeit. Natürlich macht es auch Spaß, mit den Geschäftspartnern polnisch zu sprechen. Und ich weiß, was bei geschäftlichen Kontakten in Polen entscheidend ist.
Was meinen Sie damit?
Persönliche Kontakte sind in Polen sehr viel wichtiger, als in Deutschland. Man muss sich mit den Projektentwicklern persönlich treffen, ihr Vertrauen gewinnen und sie von unseren Dienstleistungen überzeugen. Für mich ist es spannend, diese Mentalitätsunterschiede zu kennen und zu berücksichtigen. Ich denke, dass ich nicht zuletzt deshalb mit unseren polnischen Geschäftspartnern so gut kooperieren kann.
Welche Geschäftspartner sind das?
Es geht um Projektentwickler von Windparks. Unser Unternehmen vermarktet solche Projekte in allen Entwicklungsstadien und hat sehr früh damit begonnen, in Polen zu akquirieren. Ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind, denn die Nachfrage nach Investitionsobjekten im osteuropäischen Windenergiesektor ist sehr groß. Wir bemerken zudem ein wachsendes Interesse polnischer Projektentwickler an unseren Dienstleistungen.
Wie schätzen Sie den polnischen Windenergiemarkt ein?
Ich erarbeite gerade eine Marktanalyse zu diesem Thema. Seitdem die polnische Regierung die EU-Richtlinie umsetzt, entwickelt sich der polnische Windenergiesektor sehr dynamisch. Bis zum Jahr 2020 sollen 15 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Den größten Anteil werden Windparks beitragen. Die rechtlichen Regelungen und Verordnungen in Polen sind noch frisch und müssen sich noch immer einspielen. Andererseits verlangen Investoren Sicherheiten und klar geregelte Strukturen, etwa zum Netzanschluss oder zur Einspeisevergütung. Und die Erträge müssen natürlich auch stimmen.
Welche Regionen versprechen denn gute Erträge?
Am besten geeignet für Windparks ist die gesamte Ostseeküste in Nordpolen, aber auch Zentralpolen oder der Karpatenbogen versprechen gute Windverhältnisse. Ende 2008 waren insgesamt Windkraftanlagen mit etwa 442 Megawatt Leistung installiert. Wenn die Anfangsschwierigkeiten mit Ausbau und Anschlüssen der Netze behoben sind, verspricht der polnische Windenergiemarkt eine rasante Entwicklung. Für 2010 werden 2.000 MW prognostiziert.
Sie sind also zur rechten Zeit am rechten Ort?
Ja, es ist GreenEnergyWorld in kurzer Zeit gelungen, viele interessante Kontakte zu polnischen Projektentwicklern zu knüpfen. Derzeit planen wir einige Geschäftsreisen nach Polen. Im Jahr 2009 erwarten wir mehrere neue polnische Windparkprojekte für unser Angebotsportfolio. Wir sind sehr optimistisch, was unsere Aktivitäten im polnischen Markt betrifft.
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